Importauto prüfen: Re-Import, EU-Fahrzeug oder US-Import

Bei einem Importfahrzeug beginnt die deutsche Historie erst mit der Zulassung hier. So prüfen Sie, was vorher geschah.

Veröffentlicht am Geprüft: Methodik und Quellen

Welche Importe es gibt

ArtTypische HerkunftBesonderes Risiko
EU-Neuwagen / Re-ImportFahrzeuge für einen anderen EU-Markt, oft günstigerAbweichende Ausstattung, Garantiebeginn ab Erstauslieferung im Ausland
Gebrauchtwagen aus der EUNiederlande, Belgien, Italien, Frankreich, PolenKilometerstände aus dem Ausland fehlen in deutschen Papieren
US- und Kanada-ImportAuktionsfahrzeuge, Sportwagen, Pick-upsUnfall-, Überschwemmungs- oder Totalschaden-Titel (salvage, flood, rebuilt)

Was die deutschen Unterlagen zeigen – und was nicht

Zulassungsbescheinigung Teil II nennt die Halter seit der Zulassung in Deutschland und das Datum der Erstzulassung, nicht aber Kilometerstände oder Unfälle aus dem Herkunftsland. HU-Berichte gibt es erst ab der ersten deutschen Hauptuntersuchung. Ein Auto mit drei Jahren deutscher Historie kann vorher schon zehn Jahre im Ausland gefahren sein.

Diese Unterlagen sollten Sie verlangen

  • Die ausländischen Zulassungspapiere bzw. ihre Kopie (bei der Zulassung in Deutschland werden sie eingezogen).
  • Die Datenbestätigung oder COC-Bescheinigung für EU-Fahrzeuge, bei Einzelabnahmen das Gutachten nach § 21 StVZO.
  • Rechnungen und Wartungsnachweise aus dem Herkunftsland.
  • Bei Händlerimporten: Kaufvertrag aus dem Ausland, soweit der Händler ihn zeigen darf.

Kilometerstände aus dem Ausland prüfen

In mehreren Ländern werden Kilometerstände bei Prüfungen zentral erfasst – in den Niederlanden etwa über die RDW, in Belgien über Car-Pass. Ein internationaler Bericht per FIN kann solche Einträge sowie Werkstatt- und Anzeigendaten zusammenführen. Vergleichen Sie den letzten ausländischen Wert mit dem ersten deutschen HU-Bericht: Ein Rückgang ist ein deutliches Warnsignal.

US-Importe: Auktionen und Schadenstitel

Viele US-Fahrzeuge in Europa stammen aus Versicherungsauktionen. Ein Titel wie „salvage“ oder „flood“ bedeutet, dass die Versicherung das Auto als wirtschaftlichen Totalschaden oder Wasserschaden eingestuft hat. Suchen Sie nach Auktionsfotos und Schadensbeschreibungen; ein Bericht per FIN mit US-Daten zeigt sie häufig. Prüfen Sie außerdem Umrüstung (Beleuchtung, Tacho in km/h) und Zulassung.

Vor dem Kauf

Gleichen Sie die FIN mit allen Dokumenten ab, lassen Sie sich die Herkunft schriftlich bestätigen und das Fahrzeug von einer unabhängigen Prüfstelle begutachten. Halten Sie im Kaufvertrag fest, was der Verkäufer zu Unfällen, Kilometerstand und Import erklärt hat.

Häufige Fragen

Ist ein Re-Import schlechter als ein deutsches Fahrzeug?

Nicht grundsätzlich. Entscheidend sind Ausstattung, Garantiebeginn und die belegbare Historie aus dem Herkunftsland.

Woran erkenne ich ein Importauto?

An einer späten ersten Zulassung in Deutschland trotz älteren Baujahrs, an ausländischen Wartungseinträgen oder Aufklebern und an der Herkunftsangabe des Verkäufers.

Quellen und Prüfungen

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